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Praktikumsbericht von AnnKathrin Mühlhahn Mai – Dezember 2004
Ich studiere an der Fachhochschule Hildesheim, an der Fakultät „Soziale Arbeit und Gesundheit“, im Studiengang „Soziale Arbeit“; an der Fachhochschule habe ich über zwei Semester am Theorieseminar zum Projekt „Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren“ teilgenommen. Da ich die erforderlichen Praxiseinheiten aus zeitlichen Gründen nicht besuchen konnte, habe ich im Mai 2004 ein Praktikum bei Heike Fishman begonnen. Enttäuscht vom Theorieseminar an der Fachhochschule, welches einseitig nur auf Pat Parelli und seine Arbeit vom „Natural Horsemanship“ ausgelegt war, erhoffte ich mir einen anderen Einblick in die klassische Arbeitsweise im HPV. Im Verlauf meines Praktikums habe ich Heike Fishman und ihre Arbeit auf vielfältige Art und Weise kennen gelernt, durch Zuschauen während der ersten Wochen, danach durch Assistenz während der Gruppenarbeit und auch bei der Begleitung von Ausritten oder im Umgang und der Pflege der „vierbeinigen Mitarbeiter“. Die Atmosphäre bei Fishmans habe ich als sehr freundlich und familiär empfunden, für das frühe sonntägliche Aufstehen wird man durch viel Hintergrundwissen und engagierte Anleitung reichlich entschädigt. Die Praktikumszeit hat sehr viel Spaß gemacht, trotz einiger terminlicher Schwierigkeiten und wechselnder Gruppen .....ich konnte einen guten Überblick gewinnen über die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten im HPV, über Planung von Gruppenstunden, Möglichkeiten und Grenzen, aber auch über die Schwierigkeiten in der selbständigen Arbeit. Vielen Dank für die stets geduldige und kompetente Anleitung, für das Entgegenkommen in zeitlicher und terminlicher Hinsicht und das ausführliche Beantworten meiner vielen Fragen.......
Einen lieben Gruß und weiterhin ganz viel Optimismus, Erfolg und Gesundheit für die Zukunft.....
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Praktikumsbericht von Svenja Apel Praktikantin vom 09.01. bis zum 27.01.2006
„Wo machst du denn dein Praktikum?“ Das war die am heißesten diskutierte Frage in der letzten Schulzeit vor dem Praktikum. „In einem Betrieb für Heilpädagogisches Voltigieren und ganzheitliches Reiten.“ Plötzlich zeichnete sich immer ein großes Fragezeichen auf den Gesichtern der Fragenden ab. „Hä, was ist das denn?“ Und nun fing’s an, wie erklärt man das jemandem, der nicht reitet, nicht voltigiert und auch sonst nichts mit Pferden zu tun hat? „Mmhh, ja, also das ist einfach gesagt ein Betrieb, in dem mit behinderten Menschen zusammen mit Pferden gearbeitet wird.“ Lustig waren immer die Gesichter zu beobachten wie sie erst voller Interesse waren, dann kam das große Fragezeichen auf und darauf entspannten sich wieder die Gesichtsmuskeln, nachdem ich ihnen diese Erklärung gegeben hatte. Meistens kamen auch keine weiteren Fragen, wobei ich denke, dass sich viele nicht so viel darunter vorstellen konnten. Ich, ehrlich gesagt auch nicht so wirklich, da dieses ein spezielles Angebot ist, welches nicht in einer Regel-Reitschule angeboten wird. Aber dadurch, dass ich auch viel mit Pferden zu tun habe, zwei Kinder aus dem Bekanntenkreis bei Heike sind und damals, als Heike angefangen hatte etwas in der Richtung zu machen, unsere Pferde im gleichen Stall standen, hatte ich schon ein kleines Bild von dem, was mich erwarten würde, aber dass diese drei Wochen so unglaublich interessant, lehrreich und spaßig sein würden hätte ich nicht gedacht. In der ersten Woche prasselten die Eindrücke nur so auf mich ein, besonders die von der Arbeit mit den Kindern, ich sage jetzt mal, denen man ihre Behinderung ansieht. Diese reichen von leichten über schwere bis hin zu schweren Mehrfach-Behinderungen. Ich konnte das, was ich in der ersten Woche in den Unterrichtsstunden sah gar nicht richtig aufnehmen, es war einfach zu viel auf einmal und wenn ich dann, wieder zu Hause, gefragt wurde was heute so war, konnte ich das oft nicht so genau wiedergeben, wie ich es mir gewünscht hätte. Zu sehen wie Kinder, egal ob behindert oder nicht, mit dem Pferd zusammen in eine andere Welt eintauchen, zu sehen, wie sie sich anders benehmen und auch bewegen ist für mich bis heute ein Gefühl, was ich nicht beschreiben kann. Man muss es sich vielleicht vorstellen wie Schmetterlinge, Freude und eine ungeheure Wärme gleichzeitig im ganzen Körper – unbeschreiblich wunderschön! So trat auch der Muskelkater, den ich in den ersten Tagen hatte, in den Hintergrund, denn natürlich gehörte es auch dazu die Schafe, die Hühner, den Ganter, die Enten und die Pferde mit zu versorgen. Was heißt, Wassereimer hin- und herschleppen, weil die Selbsttränken nicht funktionierten (es war die ganzen drei Wochen verdammt kalt), misten, füttern, den Gemeinschaftsraum ausfegen, die Halle harken und, und, und. Einfach immer da zur Stelle zu sein, wo Hilfe gebraucht wird. Ich konnte mir in den drei Wochen ein sehr gutes und ausführliches Bild über die Arbeit als Reitpädagogin, die mit Mensch und Tier arbeitet, machen und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich auf jeden Fall einen Beruf ergreifen möchte, der mit Kindern zu tun hat, wenn sich das noch mit Tieren verbinden lässt, wäre das einer meiner Träume, der in Erfüllung geht. Aber besonders interessant finde ich die Arbeit mit behinderten Menschen. Speziell an diesem Beruf reizt mich die Abwechslung. Jeder Mensch ist anders als die anderen, und gerade bei Behinderten ist dieser Unterschied deutlichst zu merken. Man wird selbst gefordert, in seinem Können, sich in relativ kurzer Zeit auf andere Menschen einzustellen, sich kreativ in der Aufgabengestaltung des Unterrichts (der jedem Kind individuell angepasst werden muss) zu zeigen und in dem Können Menschen, sowohl behindert aber auch gesund, mit Tieren zusammen zu bringen und mit ihnen zusammen zu arbeiten. Auf jeden Fall wird ein großes Kriterium meiner späteren Berufswahl das der Arbeit mit Kindern sein.
Ich möchte mich bei Heike und auch bei Dudi nochmals ganz herzlich für diese drei lehrreichen, interessanten, aber auch anstrengenden drei Wochen bedanken. Nicht, dass ich nur etwas über den Beruf der Reitpädagogin kennen gelernt habe, nein. Ich habe einen ungeheuren großen Motivationsschub bekommen, was die Arbeit mit dem eigenen Pferd betrifft und ich habe eine relativ sichere Vorstellung von dem, was ich nach der Schule machen will.
Danke für die nette Betreuung!
Viele liebe Grüße Svenja
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